Hundeschlitten

Hundeschlittenfahrt in Finnland

Schon zum zweiten Mal hatten unsere Mittglieder Gelegenheit an diesem speziellen Abenteuer teilzunehmen. Diesmal waren es sogar zwei Gruppen (mit jeweils 7 Teilnehmern + Guide) welche vom 17. - 25. Februar in Lappland im Norden von Finnland, 150 Kilometer nördlich des Polarkreises an einer Hundeschlittentour mitmachten.

Schneeschuhtour auf den Äkäskero

Vor und nach der Huskytour logierten wir in der Äkäskero-Lodge. Am ersten Tag machten wir bei idealen Bedingungen eine Schneeschuh-Tour auf den Äkäskero. Der Berg/Hügel ist oben übersät mit vielen Schneeskulpturen. Sphinx, Dino-Saurier und viele andere Gestalten säumten unseren Weg. Oben genossen wir eine umwerfende Aussicht auf die Weiten Lapplands.

Am Nachmittag stiegen wir auf die Langlaufskis um und machten eine Tour ins kleine Restaurant in Peura. Wir staunten über die perfekt präparierte Loipe und stellten fest, dass es auch in Finnland Aufstiege und Abfahrten gibt. Da einige zum ersten Mal auf Langlaufskis standen, hatten sie nach der 17 Km-Tour etwas Muskelkater.

Alphatier im Hundegespann

Am nächsten Tag starteten wir zur 5-tägigen Hundeschlittentour. Die Arbeit mit den Hunden ist anspruchsvoll und spannend. Die Huskys sind lieb, anschmiegsam, kräftig, ausdauernd, aber manchmal auch unberechenbar. Jedes Tier hat einen eigenen Charakter und will verstanden und geleitet werden. Der Musher (Hundeschlittenführer) muss sich in jeder Situation als Chef, Alphatier des Rudels, durchsetzen. Es gilt auch viele Alltagsarbeiten zu erledigen, die Hunde füttern, die Pfoten kontrollieren und allenfalls "Schuhe" anziehen, "Gstältli" anziehen, einspannen, darauf achten, dass keine Leine durchgebissen wird, bei Fahrt das Tempe kontrollieren, die Tiere wieder richtig einspannen, wenn sie sich zur Abkühlung im Schnee wälzen und die Seile einen Knoten bilden. Was tun, wenn ein fremder, freilaufender Hund über den See auf das eigene Hundegespann zu jagt? Was tun, wenn eine fremde Hundeschlitten-Gruppe entgegen kommt? Wie verhindert man beim Kreuzen eine Rauferei der Hunde?

Arbeit als Musher

Vier Frauen und vier Männer waren in unserer Gruppe dabei, die je ein Gespann mit 4-6 Hunden lenkten. Jeden Tag legten wir zwischen 50 und 70 Kilometer zurück und benötigten dafür 5-6 Stunden. Nach fünf Tagen hatten wir 284 Kilometer zurückgelegt, gerade mal die Strecke von Kirchberg nach Genf. Am Mittag gab es jeweils einen kleinen Halt, bei dem die Musher ihr Gespann jedoch nicht verlassen durften. Wollten sie sich entfernen, wären die Hunde mitsamt dem gekippten Schlitten mitgekommen.

Und dann ginge es weiter. Auch nach Stunden darf die Konzentration nicht nachlassen. Der Schlitten darf die eigenen Hunde, die nur einen Meter davor laufen, auch bei einem unerwartete Stopp der Tiere nicht überfahren. Schneelöcher und Bäume bilden Gefahrenzonen. Auch bei einem Sturz gilt: "Den Schlitten niemals loslassen, sondern sich mitschleifen lassen!" Ein Sturz vom Schlitten, das nagt am Image eines Hushers. Obwohl sich alle sehr bemühten, trat diese Situation trotzdem ein.

Blockhütte als Unterkunft

Meist wenn die Sonne hinter dem Horizont versank, erreichte die Gruppe die Hütte, die Unterschlupf für eine Nacht bot. Die einfachen Holzhäuser sind klein, der Platz für acht Personen sehr eng. Es gibt weder Wasser noch Elektrizität, von Dusche und WC ganz zu schweigen. Zum "Haus" gehören meist vier Hütten, das Wohnhaus, die Hütte mit dem Brennholz, die Sauna und das WC-Häuschen. Nach dem Eintreffen gab es viel zu tun. Die Hunde erhielten als Erste Futter. Die Wohnhütte und die Sauna wurden eingeheizt. Das Wasser wird meist im nahegelegenen See geholt. Dazu wird mit einem Eisbohrer und einer Harpune ein Loch in die Eisdecke geschlagen. Später, nach dem Kochen und Essen, kam das Vergnügen. Die Gruppe traf sich in der Sauna und beim Schwitzen wurden die neuesten Erlebnisse ausgetauscht. Zum Abkühlen legten Mann oder Frau sich im Freien in den Schnee oder rieben sich mit Schnee den Schweiss weg. Den Abend liessen wir anschliessend mit einer "alten Zwetschge" in der Hütte ausklingen.

Ein Bad im Eisloch

Am letzten Tag in Lappland waren die Kirchberger wieder mit Langlaufskis unterwegs. Leider waren diesmal die Bedingungen schlecht. Es schneite und es war warm, so dass die Skis vereisten. In der "Äkäsmylly" entschlossen wir uns, auf die geplante grosse Tour zu verzichten. Am Abend wartete dann noch ein spezielles Vergnügen auf die "harten" Sportler. Im See bei der Lodge haben sie einen Propeller montiert, der das Wasser in Bewegung hält, so dass ein Wasserloch in der Eisdecke offen bleibt. Nach jedem Saunagang konnten wir so im eiskalten Wasser ein erfrischendes Bad nehmen.

Am nächsten Morgen mussten wir die Heimreise antreten. Wir durften viele, viele schöne Erinnerungen mitnehmen und denken mit Wehmut an unsere "Kollegen" die Huskys, mit denen wir auf der Tour ein Team bildeten, zurück.